Comfort Food #3: Billy Wagner – Der Wirt als Krisenmanager

Apr 7, 2020

 

“Essen, Pflege, Medizin, Sicherheit: Ich hoffe, dass wir als Gesellschaft durch diese Krise erkennen, dass dies elementare Dinge sind, für die es sich lohnt zu kämpfen.“
Billy Wagner – Nobelhart & Schmutzig, 06.04.20

 

Auch das Restaurant Nobelhart & Schmutzig bietet ein Essenspaket für Zuhause an: Nobelhart & Daheim. Es gibt ein wöchentlich wechselndes Menü, verschiedene Weine zur Auswahl sowie weitere Überraschungen. Zur Abholung oder per Lieferung und alles soweit vorbereitet, dass das Anrichten mit minimalem Aufwand verbunden ist.

 

 

Billy Wagner ist Mitgründer von Die Gemeinschaft. Außerdem Wirt und Sommelier bei Nobelhart & Schmutzig. Seit rund 3 Wochen aber vor allem Krisenmanager. In unserem dritten #comfortfoodtalk hat er uns erzählt, wie er und sein Team in kürzester Zeit ein neues Geschäftsmodell aufziehen mussten: „Nobelhart und Daheim“, ein Moment der Auszeit à la Nobelhart & Schmutzig für zu Hause. In den aufmerksam gestalteten Produkte-Kisten findet man Lebensmittel aus der Region Berlin, wöchentlich wechselnde Speisen, aber auch besondere Elemente, die an die einzigartige Atmosphäre des Restaurants erinnern: von Bienenwachskerze bis hin zur Musik-Playlist und einer Einladung zu einem virtuellen Esstisch, an dem auch die anderen Gäste teilnehmen.

 

Durch die persönliche Bestellung per Telefon anstatt eines Online-Shops, bleibt auch die wertvolle Interaktion mit den KundInnen möglich. Denn während viele in ihren eigenen vier Wänden den Kontaktverbot ausharren, kann gutes Essen derzeit viel Freude schenken – eine Chance, die GastronomInnen ergreifen können: „Als VerbraucherIn erlebt man dadurch eine Selbstwirksamkeit, hat es in der Hand, Dinge zu bestimmen, kann es sich und seinen Liebsten gut gehen lassen. Man tauscht Emotionalität aus und geht ganz beseelt ins Bett, wenn man gut gegessen hat. Dieses positive Gefühl kann die Sorge und die existentiellen Fragen, die da draußen schweben, ein bisschen kleiner machen.“

 

Billy hat uns auch erzählt, wie er und seine MitarbeiterInnen ganz persönlich den Ausbruch der Corona-Pandemie erlebten: Wie geht man mit einer Gefahr um, die nicht wirklich greifbar ist, und deren Ausmaß außerhalb unserer Kontrolle liegt? Dient der Liefer-Service als Beschäftigungstherapie, oder ist dieses Modell auch für die Zukunft denkbar? Welche Wünsche und Vorstellungen hat er für die kommende Zeit, und für die progressive Aufhebung des Berufsverbots? Sein Zwischenfazit findet ihr im vollständigen #comfortfoodtalk.

Das Gespräch wurde moderiert durch Lorraine Haist, Editor-at-large von B-EAT Magazin.

 

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